Vor einigen Wochen erschien im Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd) ein interessanter Artikel, der sich im Kontext des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) mit dem Dualen System der Buerfsausbildung in den D-A-CH-Ländern auseinandersetzte.
Der Artikel führt zunächst eine kurze Bestandsaufnahme des Dualen Systems durch, die die volkswirtschaftlichen Vorteile dieser Art der Berufsausbildung in drei wesentlichen Punkten zusammenfasst. Anschließend werden anhand dieser Punkte Notwendigkeiten der Anpassung des geplanten Europäischen Qualifikationsrahmens erläutert.

Nach wie vor sehr eindrucksvoll sind die Dimensionen der Ausbildungen in den drei Ländern: Im Schnitt beginnt hier mehr als jeder zweite Absolvent höherer Schulen eine Berufsausbildung.
Ein sehr interessanter und öffentlich recht wenig beachteter Aspekt zum Dualen System findet sich im zweiten Punkt dieses Artikels:
In Deutschland sind mehr Weiterbildungsabsolventen in leitenden Funktionen tätig als Fachhochschulabgänger.
Ein Wert des Dualen Systems der Berufsausbildung liegt also insbesondere darin, dass hierdurch “betrieblich gewachsene” Führungskräfte über die Berufsaus- und Weiterbildung herangebildet werden können, die ihre beruflichen Erfahrungen ideal durch ihr erworbenes Fachwissen ergänzen.
Macht es also in Ländern mit einem breit angelegten Berufsausbildungssystem Sinn, den Fachkräftemangel primär durch rein akademisch ausgebildete Fachkräfte zu beheben? Dieser Forderung, die in jüngster Zeit vor allem von der EU-Kommission vorgebracht wurde, erteilt der Artikel eine klare Absage. Gerade durch die breite Fachkräftebasis in den D-A-CH-Ländern ergeben sich hier sehr effiziente und nachhaltige Möglichkeiten zur Verbesserung der Lage bei hochqualifizierten Fach- und Führungskräften, da die durch die Berufsausbildung erworbenen Inhalte ein solches Qualitäts- und Kompetenzniveau erreichen, “wie es in anderen Ländern nur an Hochschulen erworben werden kann”.
Zwar gehe von den derzeitigen Planungen zum Europäischen Qualifikationsrahmen eine gewisse Gefahr aus, sofern die hierzulande erworbenen Qualifikationen im Rahmen einer Ausbildung nicht angemessen bewertet würden, der Artikel kommt jedoch zu einem eindeutigen Urteil:
Länder, die in berufliche Bildung investieren, können ihren Fachkräftemangel verringern.